Kieler Radsport Verein

Der Nordlichter dritter Streich

Am vergangenen Wochenende fand das jährliche Radsportevent auf dem Gelände des Nürburgrings statt. Nach den vergangenen zwei Jahren mit vielen tollen und erfolgreichen Erlebnissen wollten die Kieler Mädels es auch dieses Jahr wieder wissen: 24h Rennen im 4er Team. Da sich seit diesem Jahr das Kieler RV Frauenteam formiert hat und mehr Starterinnen teilnehmen wollten, war die Idee von zwei 4er Teams geboren.

Doch jede Vorfreude und Vorbereitung ist machtlos, wenn Erkältungen und Krankheit zuschlagen. Es wurde also spontan umgeplant: Jenny, Jorid, Svea und Viktoria starten als 4er Team und Annika und Marion versuchen sich als 2er Team.
Das große Fahrerlager war aufgebaut und alle Rollen verteilt. Noch ein gutes gemeinsames Frühstück und los ging es an den Start. Nach den ersten Runden kristallisierte sich heraus, dass wir auf Podiumskurs waren. Da der Wetterbericht schon Tage vorher großes Unwetter und viel Regen vorhergesagt hatte, waren alle auf das schlimmste vorbereitet. So fing es auch nach etwa 4 Runden an zu regnen und machte das Rennen für den einen oder anderen Sportler zur Rutschpartie. Gegen Abend befanden wir uns auf erster Position und wussten, dass wir dort nur bleiben konnten, wenn weiterhin alles gegeben würde. Die Nässe machte uns zwar langsamer, aber die anderen fuhren schließlich unter gleichen Bedingungen. Zur Nacht hin hörte der Regen auf. Allerdings hinterließ er eine neue Aufgabe: die rasanten Abfahrten, die Geschwindigkeiten von über 90km/h zuließen, teilweise angeschrägte Kurven die einen in den Sattel pressten und die sich einstellende Dunkelheit hieß es nun mit einer Sichtweite von 30 Metern zu bewerkstelligen. Der Nebel hüllte die Strecke in ein dumpfes grau. Die Stimmung auf unseren Parzellen war weiterhin von Begeisterung und Ehrgeiz geprägt – so etwas wird uns nicht aus der Ruhe bringen können! Nachts entscheidet sich das Rennen. Wer einbricht verliert, wer einen klaren Kopf bewahrt, der hat Chancen auf einen Sieg. Die Nachtpläne und Schlafenszeiten wurden aufgestellt und ab ging es in die Runden in absoluter Dunkelheit. Mit Glück hatte man Fahrer*innen vor sich, die die Strecke ausleuchteten. Mit Pech musste man ins tiefe Dunkel fahren und hoffen, sich in die richtige Kurve zu lehnen. Der Sonnenaufgang war im Nebel ebenso wenig auszumachen wie die vielen tapferen Sportler*innen die sich weiterhin auf der Strecke befanden. Mit dem Licht kam die weitere Überraschung. Die Nacht war trotz vorherigem Regen relativ warm gewesen. Doch ein erneuter Regenguss (man sagt ja auch so schön, es gießt aus Eimern… sehr treffend) ließ auch die Temperaturen sinken. Nach fast 20 Stunden Rennen hieß es nun also die Zähne zusammen zu beißen und Nässe, Kälte und Müdigkeit in den Griff zu bekommen. Ein letzter Kuchen, ein letztes Mal den Helm aufsetzen, ein letztes Mal die rasanten Abfahrten und die 18% Steigung der Hohen Acht durchfahren – die letzte Runde kommt immer einer Erlösung gleich, wenngleich sie auch ein Kampf mit den müden Knochen ist. Doch unser Teamgeist hat uns alle von Anfang an motiviert und uns bis zur letzten Sekunde nicht im Stich gelassen. Angetrieben von Rennlust und Bananenkuchen ist auch das gemeinsame Erlebnis selbst Teil des unvergesslichen Events das sich Rad am Ring nennt. Annika und Marion im Zweierteam mit unglaublicher Willensstärke und Jenny, Jorid, Svea und Viktoria auf Siegeskurs mit rasantem Tempo den Elementen trotzend, war das Rad am Ring Wochenende ein Erfolg für alle die dabei waren. Nicht zu vergessen auch Lars als Einzelstarter im 24h-Rennradrennen und Stan im 24h Mountainbike-Rennen. Hut ab, sich allein für 24h zum Weiterfahren zu motivieren. Nach 26 Runden, und damit einer Runde Vorsprung vor dem zweitplatzierten Team, konnte das 4er Frauenteam den ersten Platz einfahren

Von Viktoria Arndt am 02.08.2019
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