Kieler Radsport Verein

Crosserfolge für Kieler RV – ein Erlebnisbericht

Der Tag begann früh, 7.30 Uhr ging es los. Um 9 Uhr waren wir auf dem Renngelände angekommen. Also noch 7 Stunden bis zu meinem Rennbeginn. So rechtzeitig war ich auch noch nie. Da aber Bernhard und Peter schon um 10:40 starten sollten, alles nach Plan. Man merkte dem Event sofort an, dass es mehr war als ein Stevens Cup.

Überall Absperrgitter mit Sponsoren darauf, ein feinsäuberlich abgesteckter Kurs, viele Helfer und der Start-Ziel-Bereich etwas größer als sonst: Deutschland Cup. Es war also zu erwarten, einige der besten Fahrer Deutschlands anzutreffen. Vielleicht auch eine Gelegenheit sich das ein oder andere abzuschauen. Bei der Streckenbesichtigung fiel sofort auf: viel Laufen, viel Technisches und keine Zeit zum Ausruhen. Es gab so einige Stellen an denen im Laufe des Tages häufig gestürzt wurde. Die ersten Rennen zeigten die Knackpunkte genau auf, die Stellen an denen gewonnen oder verloren wurde. Im Masters-Rennen gab es Cross auf hohem Niveau. Der amtierende Europameister Armin Raible aus Buchholz und der amtierende deutsche Meister Michael Stenzel gaben ein rasantes Tempo vor. Bernhard und Peter meisterten den Kurs souverän, kamen kaputt aber zufrieden ins Ziel.
Danach nutzte ich die Zeit um auf die Strecke zu gehen. Die ersten Rennen hatten ihre Spuren hinterlassen, der lose Sand war aufgewühlt, Fahrrillen hatten sich gebildet und hier und da lagen Wurzeln frei. Mir erschien der Kurs völlig außerhalb meiner Fähigkeiten. Eine Abfahrt, an der schon viele gestürzt waren, konnte ich nur hinunterrennen statt sie zu fahren. Zu viel Schiss… Da war er wieder, der sich beim Cross so gern in den Weg stellt: der Kopf. Und der fand den Kurs ganz und gar nicht spaßig. Naja, bis zum Start waren ja noch einige Stunden Zeit. Zwischen den nächsten Rennen fuhr ich immer wieder auf der Strecke und konnte mich mit der einen oder anderen Schikane anfreunden.
Dann hieß es Aufreihen am Start. Da die Hobbyklassen für die Stevens Cup Wertung fuhren, fanden ihre Rennen im Anschluss an den Deutschland Cup statt. Also 16:00 Uhr Start für alle. Da das Frauenfeld sonst eher überschaubar war, eine ganz neue Erfahrung sich mal so richtig durchzuboxen. Oder durchgeboxt zu werden. Mal sehen.
Massenstart, ein riesen Pulk und gleich an der ersten Steigung blieb vorn einer stecken, alles ballte sich dahinter. Ich sprang ab und rannte vorbei. Nun waren nur noch zwei weitere Frauen zu sehen. Das Rennen sollte also unter uns ausgemacht werden. Bis zur Treppe klemmte ich mich hinter meine Mitstreiterin, rannte ihr hinterher, fuhr hinab und in der Ebene dann die Attacke. Kopf runter und durch den Sand, über die Hürden, rennen, aufspringen, fahren, umdrehen - da war keine Frau mehr zu sehen. Also Vorsprung ausbauen. Dieser Kurs gab einem keine Gelegenheit zu verschnaufen. Das viele Laufen war hart, für mich eine ganz neue Erfahrung. Die Stimmung an der Strecke war die ganze Zeit überwältigend und pushte einen bis ans Limit. Dann kam die Ziellinie in Sicht, einmal umdrehen, niemand da. Was für ein Gefühl, die Angst überwunden zu haben und diese Strecke gemeistert zu haben! Was für eine Belohnung! Sebastian, der vor mir im Pulk gestartet war, konnte das Rennen ebenfalls für sich entscheiden. Ein Doppelsieg im gleichen Rennen für den Kieler RV, was für ein Erfolg!

Ein besonderer Dank geht an Bernhard, der stets seine Crosserfahrungen weitergibt und als Betreuer am Streckenrand bereit steht. Die Fotos werden auch langsam besser ;-)

Von Viktoria Arndt am 23.10.2018
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